21.
Ich hab nur noch einen Transport zu übernehmen. Mein Handy klingelt. Ein SMS. Ein SMS von ihr. Was will sie? In dem SMS steht „komm“ und ein Krankenhaus mit Zimmernummer. Scheiß auf den gefickten Transport! Während ich hinauslaufe brülle ich noch dem Amtlichen zu, dass es ein Notfall ist. Mehr weiß ich nicht. Es ist zu früh! Sie ist erst im siebenten Monat. Was ist mit dem Kind? Was ist mit ihr?
Zum ersten Mal fällt mir auf wie langsam die Öffis sind. Zum ersten Mal scheppert mir die Straßenbahn zu langsam dahin. Ich möchte laufen. Ich laufe, laufe zum Krankenhaus. Ich renne zur Rezeption. Die Dame an der Rezeption lächelt, ich sage nur die Zimmernummer und ihr Lächeln versteinert. Stumm zeigt sie mir mit einem Finger die Richtung. Als Ich die Stufen hinauf sprinte, immer zwei auf einmal nehmend, kommen mir zwei Polizisten entgegen. Im Vorbeilaufen bilde ich mir ein zu hören, wie sie sagen, dass sie dieses Schwein fangen werden. Ich laufe schneller. Meine Füße überschlagen sich fast am kalten Krankenhausboden aus Kunststoff.
Ihr Zimmer. Sie hat ein Einzelzimmer. Wieso hat sie ein Einzelzimmer? Ich trete völlig außer Atem ein. Sie dreht sich nicht um. Ich sehe nur ihr Rücken wie er sich in schwerem Atem hebt und senkt, manchmal erzittert er. Sie weint. Weint, weint wie ein Mädchen! Langsam, Fuß vor Fuß schreite ich zu ihr hin. Es ist eine Ewigkeit die zwischen meinen Schritten vergeht. Langsam umrunde ich das Krankenhausbett. Ich stehe vor ihr. Sie hat die Augen geschlossen, weint stumm. Wie ein Mädchen. Langsam fahre ich mit der Hand zu ihrem Gesicht. Will sie streicheln. Sie erschrickt. Mit einem leisen Schrei will sie meine Hand wegstoßen, dann sieht sie, dass ich es bin. Sie packt meine Hand, packt fest meine Hand. Sie drückt meine Hand zu ihrem Bauch. Zu ihrem Bauch hinab und sagt: „Es ist weg! Es ist weg!“ Ihr Bauch ist leer. Das Kind ist weg. Es ist weg! Ich will etwas sagen. Will fragen wo es ist. Sie schreit: „Sei still! Seid alle still!!!“ Jemand schließt die Tür von außen. Wir sind alleine im Zimmer. Sie packt mich noch fester an der Hand. Sie zieht mich zu sich in das Bett. Zuerst denke ich, dass das doch nicht geht. Dann sehe ich ihr Gesicht und alles geht.
Ich lege mich in das Krankenhausbett. Ich lege mich zu ihr. Ich nehme sie in die Arme. Sie weint, ich fühle wie sie in meinen Armen schluchzt. Ich halte sie fest. Ich halte sie sicher. Was ist passiert? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass sie mich braucht. Noch mehr als je zuvor. Sie braucht mich nicht für ihr Kind. Sie braucht mich nicht als ihren Sklaven. Sie braucht mich als mich für sich. Ich bin für sie da. Ich werde immer für sie da sein. Ich halte sie, ich halte sie fest. Ich lasse sie nicht mehr los. Nie wieder. Mädchen, ich gehöre dir, wenn es dir schlecht geht, bin ich deine Stütze, wenn es dir gut geht, sorge ich dafür, dass es dir noch besser geht! Die Tränen laufen herab. Die Tränen rinnen über ihr Gesicht. Meine Arme werden feucht. Ich lasse nicht los, nicht einen Moment. Stunden in denen sie weint. Sorgen in meinen Kopf nur um sie. Nur um sie. Nur für sie. Stunden in meinen Armen. Stunden. Stunden. Stunden. Eine Ewigkeit. Ihr ganzer Körper scheppert wie ein eingestürztes Gerüst und ich halte sie immer noch fest. Plötzlich ein tiefer Atem. Sie atmet tief ein, atmet tief aus. Sie hört nicht auf zu weinen doch sie atmet wieder normal.
Mit festem Griff nimmt sie meine Hand. Mit ihrer anderen schiebt sie das Krankenhausgewand etwas hinauf. Sie führt meine Hand hinab. Sie führt meine Hand zwischen ihre Beine, zu ihrer Vagina. Ich fühle ihre Fotze. Mit meinen Fingern fahre ich über die zarte Haut. Sie erzittert. Ich spüre Wunden. Ich spüre Blut. Der Ort den ich so oft verwöhnt habe ist von Schmerzen entstellt. Ich fürchte sie hat Schmerzen und will meine Hand wegnehmen, doch sie lässt mich nicht. Ich lasse meine Hand dort. Es beruhigt sie. Das vertraute Gefühl meiner Hand auf ihrer Vagina beruhigt sie. Es hält sie sicher. Meine Finger über ihrer Fotze bieten Schutz. Der Strom der Tränen versiegt. Ich fühle ihre Vagina, ich fühle noch den Schmerz und ich bleibe bei ihr. Ich bleibe bei ihr. Ich bleibe bei ihr. Immer. Sie atmet tief ein und aus. Ich spüre wie sich ein neuer Schwall Gefühle in ihr ansammelt. Dem Schreien nahe. Sie will nicht schreien. Sie beißt in meinen Arm. Stumm beißt sie in meinen Arm. Ihr Wunden sind meine Wunden. Stumm ertrage ich den Schmerz. Ihr Zähne bohren sich durch meine Haut. Ihr Schmerz bohrt sich durch mein Leben. Blut fließt über meinen Arm und eine einzelne Träne fließt mit. Tropft von ihrem Gesicht und fließt mit. Blut und Träne tropfen auf Bettdecke. Der Schmerz erfüllt den Raum, lässt den Emotionen freien Lauf. Das Krankenhaus erfüllt sich mit unserem Leben. Mit unserem Schmerz.
Der Schmerz vergeht. Sie hebt ihre Zähne aus meinem Fleisch. Die sonst weißen Zähne sind blutrot. Sie küsst die Wunde. Dabei saugt sie ein wenig Blut ein. Sie saugt mir ein wenig Leben ab um wieder leben zu können. Ich gebe es ihr gerne.
Ihr Lippen bleiben auf meiner Wunde. Sie verweilt auf meinem zerrissenen Fleisch. Sie schläft ein. Langsam, ich fühle wie sie langsam in den Schlaf sinkt. Ihre Lippen immer noch auf meiner Wunde, meine Hand immer noch auf ihrer Vagina. Sie entschläft. Ich kann nicht schlafen. Erst jetzt spüre ich wirklich die Schmerzen in meinem Arm. Es raubt mir den Schlaf, sie raubt mir den Schlaf. Ich gebe ihn ihr. Ich lege Stunde um Stunde an ihrer Seite, verschwinde in kurze Tagträume, in noch kürzeren Sekundenschlaf. Manchmal wacht sie kurz auf will schreien. Dann spürt sie mich. Ich drücke sie immer ganz fest wenn sie aufwacht. Dann beruhigt sie sich und schläft wieder ein.
Es ist Nacht und ich höre die Autos vorbeifahren, ab und zu auch einen Rettungswagen. Sie schluchzt wieder einmal und ich drücke sie wieder einmal so fest an mein Herz, an mich. Das Licht eines Rettungswagen durchschlägt die Fensterscheibe. Sie beginnt zu reden. Sie redet zuerst mit sich dann mit mir. Nur leise, ich muss mich anstrengen um alles zu verstehen. „Mein Ding ist da, ist da. Da für mich.“ Sie heult auf. Mein Ding, ihr Ding, das bin ich. Ich atme in ihrem Rhythmus mit. Lasse sie meinen Kontakt spüren. Sie bemerkt mich redet mit mir. „Er hat es mir genommen. Er hat unser Kind genommen!“ Sie weint wieder. Wieder die heißen Tränen über ihre Wangen. Leise stelle ich die Frage. „Wer?“ „Ich weiß nicht! Ich weiß nicht! ER! Er hat mir Gewalt angetan!“ Sie atmete tief aus und ein. Ich massierte leicht mit meiner Hand auf ihrer Vagina ihre Vagina. Ein Schluchzer. „Es tut mir so leid! Es tut mir leid für den Schmerz, für all den Schmerz den ich dir angetan habe! Dieser Schmerz den du wegen mir ertragen hast, es tut mir so leid. Wieso habe ich dir so wehgetan.“ Ein LKW rattert über die Straße vorbei. Ich lasse meine Finger weiter über ihre Vagina gleiten. Ich verstehe es nicht. Was ist passiert? „Kannst du mir verzeihen, kannst du mir all den Schmerz verzeihen? Bitte verzeih mir! Ich wusste nicht was ich tat, ich hatte keine Ahnung. Was kann ich tun dass du mir verzeihst?“ Ich verstehe nicht. Was ist passiert? Ich denke laut. „Was ist passiert?“ Sie schluchzt noch einmal laut. Ich glaube ich höre eine Krankenschwester an unserem Zimmer vorbeihuschen. „Er hat es genommen. Er hat uns unser Kind genommen!“ „Wer?“ „Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Ein Mann. Ich ging heim. Nach Hause, nach der Schule, ging nach Hause. Da war er. Er hatte mich genommen, weggeschleppt! Er hat.. Oooh kannst du mir verzeihen!? Bitte verzeih mir, ich wusste es nicht!“ Ich verstehe. Ich verstehe plötzlich alles, die Wunden, der Schmerz. Sie wurde vergewaltigt. Meine Vergewaltigerin wurde vergewaltigt. Ich muss ob der Ironie fast trocken lachen. Die Sorge um sie hält mich ab. Das Kind. Das Kind muss zu früh geboren worden sein. Es muss gestorben sein. Ich halte sie fest. „Was soll ich dir verzeihen?“ Sie heult auf. „Was soll ich dir verzeihen? Soll ich dir verzeihen, dass du mich liebst? Nein, ich werde es dir nicht verzeihen. Ich liebe dich dafür! Ich liebe dich dafür, dass du mich liebst wie du mich liebst!“ Sie drückt mit ihrer Hand die meinige auf ihre Vagina, fest. Ihre Vagina weint auch. „Ich habe dich nicht verdient! Wie konnte ich so dumm sein! So egoistisch! Bitte verlass mich nicht! Ich habe dich nicht verdient, nicht verdient… (stummes Gemurmel) Bitte, ich liebe dich!“ „Ich weiß. Und ich werde dir immer gehören. Mein Mädchen ich werde dir immer gehören! Meine Herrin, ich werde euch immer gehören.“ Ich küsse sie in den Nacken. Sie dreht sich zu mir um. In ihrem Auge blitzt eine Träne. „Danke. Danke, mein Ding.“ Wir küssen uns. Unsere Lippen berühren sich. Ihre sind brüchig, nur von salzigen Tränen befeuchtet. Ich fühle ihre Hand. Sie schiebt ihre Hand in meine Hose. Sie fasst sich Sicherheit. Sie fasst meinen Penis. Er steht ihr starr zur Verfügung. Dieses mal will sie mich glücklich machen. „Danke, danke, danke, danke, danke, danke..“ Sie wiederholt es immer und derweil reibt sie. Sie reibt meinen Schwanz. Ich schließe die Augen, stöhne leise. „Ich gehöre dir! Nur dir!“ Es spritzt in meine Hose. Auf ihre Hand. Langsam öffne ich die Augen und sage es wieder. „Ich liebe dich. Ich liebe dich, weil du mich so liebst, wie du mich liebst!“ Ein leises Lächeln über ihr Gesicht. „Sei für mich da.“ „Ich bin da, ich war da und ich werde immer da sein. Nur für dich!“. Wir schließen unsere Augen. Wir schlafen ein.
Es ist Morgen. Ich höre wie die Tür sich öffnet. Eine Krankenschwester, Pflegerin oder was auch immer kommt herein. Sie trägt ein Tablett mit Krankenhaus Frühstück. Ekelhaft. Als sie es abstellt bemerkt sie dass jeder von uns beiden seine Hand am Geschlechtsorgan des anderen hat. Ich merke ihren Blick auf der dünnen Krankenhausdecke die zuviel preis gibt. Sie sagt nichts und geht stumm wieder aus dem Zimmer.
Im Lauf des Vormittags kommt eine Ärztin vorbei. Ich sitze jetzt daneben auf dem Sessel der für Besucher gedacht ist. Halt ihre Hand. Die Ärztin meint mit einem Blick auf mich dass es keinen medizinischen Grund gäbe noch länger im Krankenhaus zu bleiben. Mit ihrem Blick will sie mir glaube ich sagen, dass sie jetzt Hilfe und Unterstützung braucht. Mein Blick lässt keinen Zweifel darüber zurück.
Wir packen zusammen. Ich packe zusammen. Sie wollte mir helfen aber ich habe sie geküsst und sich wieder hinlegen lassen. Es ist nicht viel.
Beim Heimweg mit den Öffis halte ich sie die ganze Zeit im Arm. Ich halte sie fest. Ich halte sie sicher.
Ich hab nur noch einen Transport zu übernehmen. Mein Handy klingelt. Ein SMS. Ein SMS von ihr. Was will sie? In dem SMS steht „komm“ und ein Krankenhaus mit Zimmernummer. Scheiß auf den gefickten Transport! Während ich hinauslaufe brülle ich noch dem Amtlichen zu, dass es ein Notfall ist. Mehr weiß ich nicht. Es ist zu früh! Sie ist erst im siebenten Monat. Was ist mit dem Kind? Was ist mit ihr?
Zum ersten Mal fällt mir auf wie langsam die Öffis sind. Zum ersten Mal scheppert mir die Straßenbahn zu langsam dahin. Ich möchte laufen. Ich laufe, laufe zum Krankenhaus. Ich renne zur Rezeption. Die Dame an der Rezeption lächelt, ich sage nur die Zimmernummer und ihr Lächeln versteinert. Stumm zeigt sie mir mit einem Finger die Richtung. Als Ich die Stufen hinauf sprinte, immer zwei auf einmal nehmend, kommen mir zwei Polizisten entgegen. Im Vorbeilaufen bilde ich mir ein zu hören, wie sie sagen, dass sie dieses Schwein fangen werden. Ich laufe schneller. Meine Füße überschlagen sich fast am kalten Krankenhausboden aus Kunststoff.
Ihr Zimmer. Sie hat ein Einzelzimmer. Wieso hat sie ein Einzelzimmer? Ich trete völlig außer Atem ein. Sie dreht sich nicht um. Ich sehe nur ihr Rücken wie er sich in schwerem Atem hebt und senkt, manchmal erzittert er. Sie weint. Weint, weint wie ein Mädchen! Langsam, Fuß vor Fuß schreite ich zu ihr hin. Es ist eine Ewigkeit die zwischen meinen Schritten vergeht. Langsam umrunde ich das Krankenhausbett. Ich stehe vor ihr. Sie hat die Augen geschlossen, weint stumm. Wie ein Mädchen. Langsam fahre ich mit der Hand zu ihrem Gesicht. Will sie streicheln. Sie erschrickt. Mit einem leisen Schrei will sie meine Hand wegstoßen, dann sieht sie, dass ich es bin. Sie packt meine Hand, packt fest meine Hand. Sie drückt meine Hand zu ihrem Bauch. Zu ihrem Bauch hinab und sagt: „Es ist weg! Es ist weg!“ Ihr Bauch ist leer. Das Kind ist weg. Es ist weg! Ich will etwas sagen. Will fragen wo es ist. Sie schreit: „Sei still! Seid alle still!!!“ Jemand schließt die Tür von außen. Wir sind alleine im Zimmer. Sie packt mich noch fester an der Hand. Sie zieht mich zu sich in das Bett. Zuerst denke ich, dass das doch nicht geht. Dann sehe ich ihr Gesicht und alles geht.
Ich lege mich in das Krankenhausbett. Ich lege mich zu ihr. Ich nehme sie in die Arme. Sie weint, ich fühle wie sie in meinen Armen schluchzt. Ich halte sie fest. Ich halte sie sicher. Was ist passiert? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass sie mich braucht. Noch mehr als je zuvor. Sie braucht mich nicht für ihr Kind. Sie braucht mich nicht als ihren Sklaven. Sie braucht mich als mich für sich. Ich bin für sie da. Ich werde immer für sie da sein. Ich halte sie, ich halte sie fest. Ich lasse sie nicht mehr los. Nie wieder. Mädchen, ich gehöre dir, wenn es dir schlecht geht, bin ich deine Stütze, wenn es dir gut geht, sorge ich dafür, dass es dir noch besser geht! Die Tränen laufen herab. Die Tränen rinnen über ihr Gesicht. Meine Arme werden feucht. Ich lasse nicht los, nicht einen Moment. Stunden in denen sie weint. Sorgen in meinen Kopf nur um sie. Nur um sie. Nur für sie. Stunden in meinen Armen. Stunden. Stunden. Stunden. Eine Ewigkeit. Ihr ganzer Körper scheppert wie ein eingestürztes Gerüst und ich halte sie immer noch fest. Plötzlich ein tiefer Atem. Sie atmet tief ein, atmet tief aus. Sie hört nicht auf zu weinen doch sie atmet wieder normal.
Mit festem Griff nimmt sie meine Hand. Mit ihrer anderen schiebt sie das Krankenhausgewand etwas hinauf. Sie führt meine Hand hinab. Sie führt meine Hand zwischen ihre Beine, zu ihrer Vagina. Ich fühle ihre Fotze. Mit meinen Fingern fahre ich über die zarte Haut. Sie erzittert. Ich spüre Wunden. Ich spüre Blut. Der Ort den ich so oft verwöhnt habe ist von Schmerzen entstellt. Ich fürchte sie hat Schmerzen und will meine Hand wegnehmen, doch sie lässt mich nicht. Ich lasse meine Hand dort. Es beruhigt sie. Das vertraute Gefühl meiner Hand auf ihrer Vagina beruhigt sie. Es hält sie sicher. Meine Finger über ihrer Fotze bieten Schutz. Der Strom der Tränen versiegt. Ich fühle ihre Vagina, ich fühle noch den Schmerz und ich bleibe bei ihr. Ich bleibe bei ihr. Ich bleibe bei ihr. Immer. Sie atmet tief ein und aus. Ich spüre wie sich ein neuer Schwall Gefühle in ihr ansammelt. Dem Schreien nahe. Sie will nicht schreien. Sie beißt in meinen Arm. Stumm beißt sie in meinen Arm. Ihr Wunden sind meine Wunden. Stumm ertrage ich den Schmerz. Ihr Zähne bohren sich durch meine Haut. Ihr Schmerz bohrt sich durch mein Leben. Blut fließt über meinen Arm und eine einzelne Träne fließt mit. Tropft von ihrem Gesicht und fließt mit. Blut und Träne tropfen auf Bettdecke. Der Schmerz erfüllt den Raum, lässt den Emotionen freien Lauf. Das Krankenhaus erfüllt sich mit unserem Leben. Mit unserem Schmerz.
Der Schmerz vergeht. Sie hebt ihre Zähne aus meinem Fleisch. Die sonst weißen Zähne sind blutrot. Sie küsst die Wunde. Dabei saugt sie ein wenig Blut ein. Sie saugt mir ein wenig Leben ab um wieder leben zu können. Ich gebe es ihr gerne.
Ihr Lippen bleiben auf meiner Wunde. Sie verweilt auf meinem zerrissenen Fleisch. Sie schläft ein. Langsam, ich fühle wie sie langsam in den Schlaf sinkt. Ihre Lippen immer noch auf meiner Wunde, meine Hand immer noch auf ihrer Vagina. Sie entschläft. Ich kann nicht schlafen. Erst jetzt spüre ich wirklich die Schmerzen in meinem Arm. Es raubt mir den Schlaf, sie raubt mir den Schlaf. Ich gebe ihn ihr. Ich lege Stunde um Stunde an ihrer Seite, verschwinde in kurze Tagträume, in noch kürzeren Sekundenschlaf. Manchmal wacht sie kurz auf will schreien. Dann spürt sie mich. Ich drücke sie immer ganz fest wenn sie aufwacht. Dann beruhigt sie sich und schläft wieder ein.
Es ist Nacht und ich höre die Autos vorbeifahren, ab und zu auch einen Rettungswagen. Sie schluchzt wieder einmal und ich drücke sie wieder einmal so fest an mein Herz, an mich. Das Licht eines Rettungswagen durchschlägt die Fensterscheibe. Sie beginnt zu reden. Sie redet zuerst mit sich dann mit mir. Nur leise, ich muss mich anstrengen um alles zu verstehen. „Mein Ding ist da, ist da. Da für mich.“ Sie heult auf. Mein Ding, ihr Ding, das bin ich. Ich atme in ihrem Rhythmus mit. Lasse sie meinen Kontakt spüren. Sie bemerkt mich redet mit mir. „Er hat es mir genommen. Er hat unser Kind genommen!“ Sie weint wieder. Wieder die heißen Tränen über ihre Wangen. Leise stelle ich die Frage. „Wer?“ „Ich weiß nicht! Ich weiß nicht! ER! Er hat mir Gewalt angetan!“ Sie atmete tief aus und ein. Ich massierte leicht mit meiner Hand auf ihrer Vagina ihre Vagina. Ein Schluchzer. „Es tut mir so leid! Es tut mir leid für den Schmerz, für all den Schmerz den ich dir angetan habe! Dieser Schmerz den du wegen mir ertragen hast, es tut mir so leid. Wieso habe ich dir so wehgetan.“ Ein LKW rattert über die Straße vorbei. Ich lasse meine Finger weiter über ihre Vagina gleiten. Ich verstehe es nicht. Was ist passiert? „Kannst du mir verzeihen, kannst du mir all den Schmerz verzeihen? Bitte verzeih mir! Ich wusste nicht was ich tat, ich hatte keine Ahnung. Was kann ich tun dass du mir verzeihst?“ Ich verstehe nicht. Was ist passiert? Ich denke laut. „Was ist passiert?“ Sie schluchzt noch einmal laut. Ich glaube ich höre eine Krankenschwester an unserem Zimmer vorbeihuschen. „Er hat es genommen. Er hat uns unser Kind genommen!“ „Wer?“ „Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Ein Mann. Ich ging heim. Nach Hause, nach der Schule, ging nach Hause. Da war er. Er hatte mich genommen, weggeschleppt! Er hat.. Oooh kannst du mir verzeihen!? Bitte verzeih mir, ich wusste es nicht!“ Ich verstehe. Ich verstehe plötzlich alles, die Wunden, der Schmerz. Sie wurde vergewaltigt. Meine Vergewaltigerin wurde vergewaltigt. Ich muss ob der Ironie fast trocken lachen. Die Sorge um sie hält mich ab. Das Kind. Das Kind muss zu früh geboren worden sein. Es muss gestorben sein. Ich halte sie fest. „Was soll ich dir verzeihen?“ Sie heult auf. „Was soll ich dir verzeihen? Soll ich dir verzeihen, dass du mich liebst? Nein, ich werde es dir nicht verzeihen. Ich liebe dich dafür! Ich liebe dich dafür, dass du mich liebst wie du mich liebst!“ Sie drückt mit ihrer Hand die meinige auf ihre Vagina, fest. Ihre Vagina weint auch. „Ich habe dich nicht verdient! Wie konnte ich so dumm sein! So egoistisch! Bitte verlass mich nicht! Ich habe dich nicht verdient, nicht verdient… (stummes Gemurmel) Bitte, ich liebe dich!“ „Ich weiß. Und ich werde dir immer gehören. Mein Mädchen ich werde dir immer gehören! Meine Herrin, ich werde euch immer gehören.“ Ich küsse sie in den Nacken. Sie dreht sich zu mir um. In ihrem Auge blitzt eine Träne. „Danke. Danke, mein Ding.“ Wir küssen uns. Unsere Lippen berühren sich. Ihre sind brüchig, nur von salzigen Tränen befeuchtet. Ich fühle ihre Hand. Sie schiebt ihre Hand in meine Hose. Sie fasst sich Sicherheit. Sie fasst meinen Penis. Er steht ihr starr zur Verfügung. Dieses mal will sie mich glücklich machen. „Danke, danke, danke, danke, danke, danke..“ Sie wiederholt es immer und derweil reibt sie. Sie reibt meinen Schwanz. Ich schließe die Augen, stöhne leise. „Ich gehöre dir! Nur dir!“ Es spritzt in meine Hose. Auf ihre Hand. Langsam öffne ich die Augen und sage es wieder. „Ich liebe dich. Ich liebe dich, weil du mich so liebst, wie du mich liebst!“ Ein leises Lächeln über ihr Gesicht. „Sei für mich da.“ „Ich bin da, ich war da und ich werde immer da sein. Nur für dich!“. Wir schließen unsere Augen. Wir schlafen ein.
Es ist Morgen. Ich höre wie die Tür sich öffnet. Eine Krankenschwester, Pflegerin oder was auch immer kommt herein. Sie trägt ein Tablett mit Krankenhaus Frühstück. Ekelhaft. Als sie es abstellt bemerkt sie dass jeder von uns beiden seine Hand am Geschlechtsorgan des anderen hat. Ich merke ihren Blick auf der dünnen Krankenhausdecke die zuviel preis gibt. Sie sagt nichts und geht stumm wieder aus dem Zimmer.
Im Lauf des Vormittags kommt eine Ärztin vorbei. Ich sitze jetzt daneben auf dem Sessel der für Besucher gedacht ist. Halt ihre Hand. Die Ärztin meint mit einem Blick auf mich dass es keinen medizinischen Grund gäbe noch länger im Krankenhaus zu bleiben. Mit ihrem Blick will sie mir glaube ich sagen, dass sie jetzt Hilfe und Unterstützung braucht. Mein Blick lässt keinen Zweifel darüber zurück.
Wir packen zusammen. Ich packe zusammen. Sie wollte mir helfen aber ich habe sie geküsst und sich wieder hinlegen lassen. Es ist nicht viel.
Beim Heimweg mit den Öffis halte ich sie die ganze Zeit im Arm. Ich halte sie fest. Ich halte sie sicher.

Eine Antwort schreiben